Erwin

Thiesies

22. August 1908 - 18.Februar 1993

Erwin Thiesies - Ein Leben für den Sport

Erinnerungen an Erwin Thiesies auf Video gebannt.

Als Sohn eines Hauswartes im dritten Hinterhaus einer Berliner Mietskaserne am 22.August 1908 geboren, erlebte Erwin Thiesies sehr bewusst die Folgen des 1.Weltkrieges. Seine Eltern schickten ihn nach seiner Schulzeit in die Schneiderlehre. Die ersten sportlichen Aktivitäten galten dem Turnen und Boxen. Als er bei Tennis Borussia Berlin und später beim Berliner SV 92 mit dem aufblühenden Rugbysport in Beziehung kam, war sein künftiges sportliches Leben auf Rugby fokussiert. Trotz seiner harten Jugendzeit im Berliner Arbeitervierteln strebte Erwin Thiesies unaufhaltsam und ehrgeizig nach oben; im Beruf als Schneidermeister, und im Sport über die Berliner Stammmannschaften der genannten Clubs bis hin in die Nationalmannschaft.

Verleger Hermann Meister(Heidelberg) charakterisierte „Eiwi“, wie er von seinen Sportkameraden genannt wurde, im Rugbyhandbuch von 1939: „ Einer der zuverlässigsten Stürmer mit Spielintelligenz, von eiserner Härte und Ausdauer. Kein Alkohol- kein Nikotin, dazu immer eine intensive körperliche Vorbereitung mit Waldläufen und Radfahren. “

Vierzehnmal hat er das Trikot der deutschen Nationalmannschaft in Spielen gegen Frankreich, Italien, Rumänien und die Tschechoslowakei in der Zeit von 1934 bis 1940 getragen. Der 2. Weltkrieg unterbrach seine sportliche und berufliche Laufbahn. Als Soldat in Frankreich, so erzählte er oft, nahm er Kontakt mit französischen Rugbyspielern auf und trainierte mit ihnen. In Berlin hatten Bomben seine Wohnung und Schneiderwerkstatt in Trümmer gelegt. In Hennigsdorf fand er mit seiner Frau Jette bei Schwester und Schwager ein neues zuhause. Es war für den damals Enddreißiger wie ein innerer Auftrag, jungen Menschen für den Rugbysport zu begeistern.

1948 trainierten auf den Bötzower Wiesen erstmal Kinder und Jugendliche.

Junge Männer holte er aus den Gaststätten und Tanzböden. 1948 erfolgte die Gründung der Sektion Rugby der BSG Stahl Hennigsdorf und ein reger Spielverkehr mit den Berliner Vereinen BSV 92, Siemens und BSC Berlin. Unermüdlich unterwegs konnte er viele junge Menschen für den Rugbysport begeistern. In der folge wurden Mannschaften in Leegebruch, Velten, Hohen-Neuendorf, Brandenburg, Potsdam gebildet.

1950 wurde der Fachausschuss Rugby (beim Fußballverband) gebildet mit Erwin Thiesies und Werner Behring (Spieler von Stahl) als Mitglieder.

1951, anlässlich der Jugend-Weltfestspiele in Berlin, spielte unter Leitung von Erwin Thiesies erstmalig eine DDR-Mannschaft gegen eine australische Delegationsmannschaft vor über 8000 Zuschauern.

1953 wird Erwin Thiesies im Stahl- und Walzwerk als hauptamtlicher Rugby-Trainer eingestellt und erhält die Möglichkeit, als Spielbeobachter im Ausland und bei internationalen Trainerlehrgängen sein fundiertes Fachwissen auf modernsten Stand zu bringen.

Die ersten sportlichen Erfolge stellten sich unter seiner Leitung ein.

Hennigsdorfer Spieler bildeten mit Aktiven des ASK Vorwärts Berlin und der DHfK Leipzig in den 50er Jahren den Stamm der DDR-Nationalmannschaft. In der DDR-Oberliga startet Stahl Hennigsdorf unter seiner Leitung durch zu einer einmaligen Serie im Kampf um den Meistertitel.

1959 erfolgte erster Auslandsstart in Frankreich (24:6 Sieg gegen YSEG Versailles und 18:8 Erfolg gegen die Stadtauswahl Toulon). Über den Grenzen der DDR hinaus wurde Erwin Thiesies mit seiner Tätigkeit auch als Trainer der DDR-Nationalmannschaft bekannt. Der DTSB wurde auf die Rugbyentwicklung aufmerksam und unterstützte diese mit der Delegierung von Erwin Thiesies zu drei Trainerlehrgängen der FIRA in Frankreich. Die DDR-Rugby-Nationalmannschaft führte er 36-mal zu offiziellen Länderspielen. Siege über Polen, CSSR, Holland, Bulgarien, Schweden, Dänemark und ein denkwürdiges 5:5 gegen Rumänien, der Rugbyhochburg in den damals sozialistischen Ländern, in Brandenburg stehen auf seinem Erfolgskonto.

Erwin Thiesies geht 1977 in den verdienten Ruhestand und erringt mit Stahl Hennigsdorf 17-mal den DDR-Meistertitel, sowie mehrere Pokalsiege. Erwin Thiesies wurden in seiner langen sportlichen Kariere mehrere hohe Auszeichnungen zu teil. Als Träger der Ehrennadel des Deutschen Rugbyverbandes in Gold und der Ehrennadel der FIRA (Internationaler Rugbyverband) in Bronze wurde er durch sein unermüdliches Engagement für den Rugbysport geehrt.

Bis zu seinem Tode am 18.Februar 1993 ist er ein emsiger Berater und Unterstützer des Rugbysportes in Hennigsdorf und Umgebung unterwegs.

Doch noch immer gilt er als guter Geist des Hennigsdorfer Rugbysportes. Zur Erinnerung werden jährlich von der Abteilung Rugby für die Nachwuchsmannschaften die Erwin –Thiesies -Gedenkturniere in der Halle ausgetragen. Anläßlich seines 100.Geburtstages wurde das traditionelle Havelpokalturnier des Rugbyverbandes Brandenburg in Hennigsdorf ausgetragen.

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